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Inhaltsverzeichnis

Bild von Reiffenstein
Carl Theodor Reiffenstein (1820-1893)
Landschaftsmaler und Frankfurter Bildchronist
Reiffensteins „Sammlung Frankfurter Ansichten“ gehört zum Gründungsbestand des Historischen Museums. Der Künster verkaufte sie 1877 der Stadt. In 2.000 Aquarellen und Zeichnungen sowie auf 2.400 Manuskriptseiten hielt er das alte Frankfurt fest.

Suchergebnis für Stadtmauer

Band 2, Seite 15
Zimmergraben | Baugraben
6. Mai 1879
Stadtmauer gegen 1140 erbaut, wurde bei dem Brand von 1719 stark beschädigt und von 1724-27 wiederhergestellt, wie die eingemauerten städt. Adler mit den Jahreszahlen 1724, 1726, 1727 bezeugen.
Das v. Reineck‘sche Haus fiel 1822 an die Stadt, 1836 wurde der Garten ausgefüllt, Schoppengebäude errichtet und die Ledermesse hinein verlegt, später hielt die Effectensocietät ihre Geschäftsstunden darin ab, 1849 dienten die sämmtlichen Gebäude nebst allen auf dem Graben befindlichen Schoppen mit Einschluß des v. Reineck‘schen Hauses ausschließlich als Caserne für die k. preuß. Truppen.
1870 wurden die Schoppen in der Mitte abgebrochen, 1871 der Markt auf dem eingeebneten Platz eröffnet.
Band 2
18. März 1866
Bei dem Abbruch des Nebenhauses [Leerstelle] F.97 stieß man auf die Fundamente des Catharinenthurmes und der ehemaligen Stadtmauer, die sich in den Keller weiter herein ziehen. Die Stadtmauer ist hier über 7 Fuß dick gewesen.
Band 2
9. Mai 1877
Ist nunmehr bis auf den Grund niedergerissen, ohne daß sich etwas besonders Interessantes gefunden hätte, ich hatte geglaubt, man würde auf die Reste der alten Stadtmauer stoßen.
Band 2, Seite 79
Alter Burkhard
Bleidenstraße 2 | Holzgraben 21
G.15
11. Juli 1855
Ein Haus, das nach einer alten Abbildung, die vor mir liegt, von demselben Alter sein mag, wie das Nebenhaus G.16. Jedoch war es im Laufe der Zeiten vielfach verändert und scheint eine Hauptreparatur im Jahr 1709 erlitten zu haben, weil diese Jahreszahl auf einem Band im Kalkputz in der Mitte des Giebels angebracht war. Im Hofe stand noch ein beträchtliches Stück der alten Stadtmauer, welche soeben abgebrochen wird, und durch ihr festes Mauerwerk sowie durch ihre Dicke viele Mühe verursacht. Ueber eine klare Vorstellung der Localität nach dem Graben zu siehe das Nebenhaus 16 auf dem Panorama von Morgenstern. Bald werden beide Häuser verschwunden sein, und der Durchgang nach der Zeil, welcher höchst nöthig ist, eröffnet werden.
Weiteres über das ebenfalls in Abbruch genommene Nebenhaus siehe unter Liebfrauenberg 58.
Band 2
Bockenheimerthor | Graben
9. März 1880
Bei den soeben im Gang befindlichen Ausgrabungen Behufs des Neubaus von Häusern am Bockenheimerthor (Anfang der Hochstraße gegenüber dem Theater) stieß man auf ein noch sehr wohlerhaltenes Stück der alten im Jahre 1632 erbauten Stadtmauer, welche auf ein Rost gestellt war, der auf ungefähr hundert Schritt blos gelegt wurde und deren Ecken mit massiven Sandsteinen ausgesetzt waren, die einen sehr sorgfältig beschlagenen Rand zeigten. Es sind Reste der in besagtem Jahr angelegten Befestigungen.
Band 2, Seite 173
Borngasse 12
L.50
17. Juli 1858
Bei dem dieser Tage angefangenen Abbruch des Hauses L.50 (12) in der Borngasse fand man ein Stück der ehemaligen ältesten Stadtmauer, welche auf einen Pfahlrost gebaut war, dessen Struktur noch vollkommen erhalten zu Tage gelegt wurde.
Das Haus hatte einen massiven Unterbau mit rundbogigen Thüren, deren Gewänder zierlich mit verschnittenen Stäben profilirt waren; es war einstöckig, und der erste Stock sammt dem Giebel war mit Schiefersteinen beschlagen.
Auch der Knopf auf dem Giebel war interessant, ebenso die Thürklopfer. Mit diesem Hause fiel abermals ein charakteristischer Theil der alten Borngasse weg.
Aller Wahrscheinlichkeit nach war es im 17. Jahrh. erbaut.
Band 2, Seite 175
Im Loch
Borngasse 5
L.58
12. Mai 1877
Ein merkwürdiges Haus, das nach den Aussagen seines damaligen Besitzers, Herrn Winzheimer, den Namen Im Loch führt. Es hat außerordentlich dicke Mauern im Erdgeschoss, und da es genau an der ältesten Stadtmauer liegt, so könnte der Unterbau vielleicht ein Rest eines alten Vertheidigungsthurmes seyn. Einen Keller besitzt es nicht und gehört, wie es dermalen vor Augen steht, seine Erbauung d.h., die der oberen Stockwerke dem 16. Jahrh. an. Es hat sich in seiner inneren Einrichtung so ziemlich in dem alten Zustand erhalten wie einige Häuser dahier und gibt die Abb. [R1518] s.d. [Leerstelle] ein genaues Bild des Erdgeschosses mit der nach oben führenden Treppe.
Dieselbe bestand aus Klötzen und findet sich in den oberen Stockwerken heute noch in diesem Zustand vor.
Etwa um das Jahr 1847 ließ Herr Winzheimer dieselben bis in den ersten Stock in eine feste Leitertreppe verwandeln. Die Räume des 4stöckigen Hauses sind niedrig und beschränkt, mit kleinen Fensterchen und zeugen von der außerordentlichen Bescheidenheit in den Ansprüchen der früheren Bewohner.
Band 2, Seite 177
Alter Wolf | Erlanger Hof
Borngasse 11
L.61
30. Mai 1855
Heute fand ich Gelegenheit, im alten Wolf bei dem Abbruch des hintersten Hauses links im Gäßchen mich ein wenig umherzutreiben, was ich schon längst gewünscht hatte und nie dazu kommen konnte.
Man bricht eben dieses Haus No.L. 61 behufs baulicher Veränderungen ab; es stößt direkt auf die älteste Stadtmauer, welche hier vorbeizieht und ist mir somit höchst interessant. Es trägt an einem Tragstein die Jahreszahl 1613, doch finden sich bei dem Abbruch viel ältere Spuren, und ich glaube, daß in benanntem Jahr zwar dieß Haus aufgeführt wurde, daß aber früher bereits ein älteres Gebäude diese Stelle ausgefüllt hat.
Hinter dem Hause läuft ein schmaler, in einen spitzen Winkel sich endigender, unbebauter Zwischenraum (Alliment) hin, welcher auf der einen Seite von den hinteren Mauern des Hauses zum „Häbernen Brei“ (Lit. K.161) begrenzt wird, und dessen besagte Mauern auf der Stadtmauer stehen, auf der anderen Seite bildet die Hintermauer von benanntem L.61 die Grenze, auf der dritten Seite wird es durch eine kleine Mauer von der Mausgasse getrennt. Unter ihm läuft die Antauche,
Band 2, Seite 201
Brückencapelle | Catharinencapelle | Gewölbestein
Dezember 1866
Die alte Stadtmauer am Deutschen Hause wird eben niedriger gemacht und theilweise zur Anlegung einer Treppe von der Brücke herunter ganz niedergerissen. Bei dieser Gelegenheit fand man nebst anderen Werkstücken als Gewölbrippen Gurtbogenstücke u.s.w., auch den vollständig erhaltenen Schlußstein der Catharinencapelle, welche 1342 sammt dem Brückenthurm von der ungeheuren Ueberschwemmung umgerissen wurde, s. Abb. [RS0012]
Band 2, Seite 211
Deutschherrenhaus | Kirche
Brückenstraße 3 | Brückenstraße 5 | Brückenstraße 7
N.243
Juni 1873
Diese etwa um 1309 erbaute Kirche hat sich mit ihren Anbauten so ziemlich ihr altes Aussehen namentlich nach dem Hofe hin zu bewahren gewußt und hat namentlich das kleine Gärtchen, das zu der Wohnung des Herrn Geistlichen gehört, einige recht malerische Ansichten alter Architektur aufzuweisen. Auf der Westseite ist die Haupteingangsthüre sowie die ganze Giebelfront der Kirche im vorigen Jahrh. bei dem stattgehabten Hauptumbau bedeutend verändert und in den damals herrschenden Baugeschmack eingestimmt worden. Hinter der neuen Thüre aber ließ man das alte in den reinsten Formen ausgeführte Portal stehen und bildet der Raum zwischen der alten und neuen Mauer eine Art Vorhalle jetzt, welche trotz der darin herrschenden Dunkelheit doch die alte Pforte deutlich erkennen läßt.
In den Höfen liegt noch theilweise das alte Pflaster, und noch bis vor wenigen Jahren hatten die Hintergebäude ihren alten Charakter so ziemlich bewahrt, nun aber stürmt die Neuzeit erbarmungslos mit ihrer Speculationswuth und ihrem vermehrten Raumbedürfniß darauf ein. Die Hintergebäude in den Höfen stammen zum größten Theil aus dem Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrh. und nur einzelne wenige Sculpturfragmente haben sich erhalten.