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Inhaltsverzeichnis

Bild von Reiffenstein
Carl Theodor Reiffenstein (1820-1893)
Landschaftsmaler und Frankfurter Bildchronist
Reiffensteins „Sammlung Frankfurter Ansichten“ gehört zum Gründungsbestand des Historischen Museums. Der Künster verkaufte sie 1877 der Stadt. In 2.000 Aquarellen und Zeichnungen sowie auf 2.400 Manuskriptseiten hielt er das alte Frankfurt fest.

Suchergebnis für Glocke

Band 6, Seite 179
Glocke
Judengasse, B.119
Aff, 26. Batt. / Aff, Stätt.
Glocke
Judengasse, B.119
3. Juni 1874
Stammt aus dem Anfang dieses Jahrhunderts oder aus dem Ende des vorigen. An einem Tragstein unter dem Ersten Stock ist eine Glocke ausgehauen, ebenso auf einem Pfeiler zwischen den Thüren.
Band 7, Seite 239
Glocke
Lindheimergasse 25
H.128
Mai 1860
Brannte im Jahr 1719 bis auf den Grund nieder, es gehörte damals einem Schuhmacher, Namens Paul Betke, von welchem es auch wahrscheinlich wieder aufgebaut wurde.
Der beifolgende Thürklopfer verräth trotz der späten Zeit immer noch einen feinen Kunstgeschmack, wie die ausgeführte Abbildung [R0989] Band [Leerstelle], s.d. zur Genüge zeigt. Hinter dem Haus ein ganz schmales Höfchen.
Band 10, Seite 185
Schaumainthor | Linden alte
21. Februar 1874
Seit ungefähr 14 Tagen sind die Linden vor dem Schaumainthore gefällt. Zwei davon wurden durch Herrn Oekonom Otto Petsch ersteigert und will sie derselbe durchaus stehen lassen, was ihm aber wahrscheinlich wenig helfen wird. Mit ihnen verändert der ganze Platz sein Aussehen. Als in Frankfurt noch der 18. Oct. gefeiert wurde, standen unter diesen Linden in der Regel die Kanonen und alle Welt promenirte an dem diesseitigen Ufer um die Blitze derselben zu sehen und namentlich die Dampfringe zu bewundern, welche aus den beiden auf den Flügeln aufgestellten Haubitzen geschleudert wurden. Dazu läuteten alle Glocken. -
Alles vorbei!
Band 11, Seite [146]
Eschenheimerthurm
I.
Der Eschenheimerthurm.
Noch vorhanden. (Abb. 1)
Der im Jahr 1346 bei der damals vorgenommenen Stadterweiterung unter Kaiser Ludwig des Baiern Regierung erbaute Eschenheimerthurm ist unstreitig einer der schönsten Ueberreste mittelalterlicher Befestigungen in Deutschland. Nur durch ein Wunder entging er bei der in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts begonnenen Demolirung der Festungswerke dem Abbruch, um jetzt der Stadt zu einer der grössten architektonischen Zierden zu gereichen. Seine fünf Spitzen, mit denen er über dem Zinnenumgang gekrönt ist, gelten als das Wahrzeichen an ihm und wenn in der Vorzeit die Handwerksburschen gefragt wurden, „was ist das Wahrzeichen am Eschenheimerthurm zu Frankfurt am Main?“ so war die Antwort, „dass er fünf Spitzen hat und doch nicht sticht“.
Es ist auffallend, und kann als ein Hauptbeweis aufgeführt werden, wie lange das Wahrzeichen schon gilt, dass man als besonders kennzeichnende Eigenthümlichkeit die fünf Spitzen wählte, wlche ausser ihm noch von einer Menge anderer Thürme in den verschiedenen Städten Deutschlands getragen wurden, während man e i n Merkmal, das er wahrscheinlich von allen Thürmen in der ganzen Welt nur allein besitzt, überging. Dieses Merkmal ist seine Wetterfahne, welche von neun Schusslöchern durchbohrt ist, die in ihrer Stellung gegeneinander eine Neune bilden, an deren Entstehung sich eine schöne halbverhallte Volkssage knüpft, nach welcher ein Wilddieb Namens Hans Winkelsen sein durch Verwundung oder Tödtung
Band 11, Seite [184]
Kanzel außen auf der Straße eingemauerte steinerne Platte, auf der in deutscher Minuskel eine Inschrift eingehauen ist, die von der im Jahr 1342, 24. Juli dahier stattgehabten großen Ueberschwemmung des Mains Kunde giebt. Sie lautet: „In profesto Magdalenae inundavit moganus et senatus populusque francofurtensis voto me frequentavit.“
Weiter ergiebt sich als der älteste noch vorhandene bauliche Theil die von Holzhausische Grabcapelle und finden wir bei Lers. Chr. Th. II, B. II, p. 88 berichtet, daß dieselbe 1466 auf Egidii eingeweiht worden sey.
Das Weitere siehe unten bei ihrer näheren Beschreibung. Auf dem Dach der Kirche steht ein schlankes Glockenthürmchen in äußerst eleganten Formen und Verhältnissen, das mit einem zierlichen Knauf und Kreutzblumen endigt. Von altem Holzschnitzwerk fanden sich einige Ueberreste an den Chorstühlen unter der Orgel vor, ebenso ein verziertes Schloßblech an einer kleinen in der Ecke unter der Orgel befindlichen Thüre, die nach den Gebäuden der jetzt Stern‘schen Fabrik führt, von
Band 11
30. September 1875
Gegen 11 ½ Uhr Abends entstand in der Fabrik der Herrn Pamozzi und Schlösser (Zinkgießerei), welche seit einigen Jahren in dem obenerwähnten Speisesaal der Stiftsdamen eingerichtet war, ein Brand, der in wenig Stunden nicht allein die beschriebenen und abgebildeten schönen alten Ueberreste vollkommen zerstörte, sondern auch das Dach der Weißfrauenkirche ergriff, so daß aller Hülfe ungeachtet, dasselbe vollständig verbrannte, was natürlich den Einsturz und gänzlichen Ruin des schönen schlanken Glockenthürmchens mit seiner eleganten Spitze und Kreuzblume zur Folge hatte. Trotz der neueingerichteten Feuerwehr, der neuen vortrefflichen Wasserleitung, der vielen Hydranten u.s.w. dauerte es eine halbe Stunde, bis das erste Wasser gegeben werden konnte, und das ganze Dach wurde ein Raub der Flammen.
Ich kann hier nur auf die verschiedenen Abb. verweisen, welche genaue Anschauungen von dem früheren Zustand der Gebäude geben. Glücklicherweise ist das Innere der Kirche verschont geblieben, jedoch ist der Verlust des holzgetäfelten Speisesaales, einer der wenigen in unserer Stadt befindlichen Reste derartiger Gebäude sehr zu beklagen, er ist vollständig vernichtet. Durch die Einrichtung zum Fabriklokal war er allerdings schon vorher beinahe bis zur Unkenntlichkeit entstellt, nun aber ist alles verloren. -
Band 11, Seite [239aa]
auch die Häuser der ehemaligen Glocken- und Geschützgießerei, in deren einem eine äußerst gemütliche Weinwirthschaft betrieben worden war, mit in diese neue Einrichtung hinein, und damit war der ganzen Gegend der eigenthümliche einsame Charakter genommen und ihr ein ganz fremdes Aussehen aufgeprägt, s. Zimmergraben (Graben).
Die Abb. gibt das Aussehen des Jahres 1833 ungefähr. Meines Wissens nämlich hatte sich an den auf dem Bilde sichtbaren Lokalitäten bis zum Jahre 1848 kaum etwas verändert. Im Augenblick sind die Räume, aus deren Fenstern es aufgenommen ist, seit 6 Wochen von den Truppen verlassen, seitdem der unselige Bruderkrieg ausgebrochen ist, deßhalb ist nun auch ein Theil der früheren Einsamkeit dahin zurückgekehrt, obgleich der Friede fehlt, der ihr erst den eigentlichen Stempel aufdrückt.
Durch das Einrücken der Preußen am 16. Juli [1866] ist für Frankfurt eine wahre Schreckenszeit hereingebrochen, und Gott gebe nur, daß sie bald vorübergeht.
[Hier und im Folgendem von der Chronologie abweichende Paginierung, teilweise ergänzt S. E.]
Band 12, Seite E17
Eschenheimer Thor | Eschenheimerthor | Thurm
4. Juli 1885
Bei der seit einigen Wochen im Gange befindlichen Reparatur, welche den ganzen Thurm mit einem neuen Kalkputz versah, die Adler reinigen und scharf deren verwitterte Stellen nachhauen ließ, überhaupt alle schadhaften Theile gründlich ausbesserte und erneuerte, gingen leider die letzten Spuren der unter dem Thorbogen befindlichen Frescobilder zu Grunde.