Inhalt »
«

Inhaltsverzeichnis

Bild von Reiffenstein
Carl Theodor Reiffenstein (1820-1893)
Landschaftsmaler und Frankfurter Bildchronist
Reiffensteins „Sammlung Frankfurter Ansichten“ gehört zum Gründungsbestand des Historischen Museums. Der Künster verkaufte sie 1877 der Stadt. In 2.000 Aquarellen und Zeichnungen sowie auf 2.400 Manuskriptseiten hielt er das alte Frankfurt fest.

Suchergebnis für Stein

Band 12, Seite B15
Braubach Canal
Großer Kornmarkt | Am Hause 5
F.3
27. Februar 1883
Soeben wird der Braubachcanal bei dem Hause [Großer Kornmarkt] 5 blosgelegt und aufgedeckt, da nun, wo er den großen Kornmarkt durchschneidet; bei dem obengenannten Hause 5, F.3. ist er so außerordentlich weit überwölbt, daß beinahe die Vermuthung Raum gewinnt, es müsse diese Wölbung als Unterbau eines Gebäudes gedient haben, indem an keiner anderen bis jetzt bekannten Stelle das Gewölbe eine solche Breite hatte. Es ist aus Kalksteinen, welche wahrscheinlich aus dem Wendelsbruche herstammen, aufgeführt und sind sämmtliche Steine unbehauen. Das in früherer Zeit hier stehende Stadtthor war jedenfalls nur durch eine Brücke, die hier über den Graben führen mußte, zugänglich; und es wäre leicht möglich, daß die Wölbung ein Theil eines Brückenbogens gewesen seyn könnte, wie ich einen ähnlichen bei dem Hause zum Wedel unter der neuen Kräme gefunden und genau beschrieben habe. s.d. Die Ueberreste dieser zu den ältesten Befestigungen unserer Stadt zählenden Anlagen sind immer von allerhöchstem Interesse und geben die sichersten Anhaltspunkte für die den eigentlichen Umzug bestimmenden Linien. Der Durchmesser des Bogens betrug
Band 12, Seite D3
ad. Häberner Brei
Domplatz | Domplatz 9
L.160
23. Februar 1882
Als vor ungefähr 10 Tagen die Grenzmauer gegen den Erlanger Hof um etwa 5 Fuß niedriger gemacht wurde, fand sich, daß sie theilweise aus Bruchstücken früher schon einmal verwendeter Steine ausgeführt war; namentlich waren es Steine mit Inschriften, Grabsteine u.s.w. und werde ich deren Inhalt nach der Entzifferung die nicht schwierig scheint, alsbald mittheilen. Herr Dietz, welcher die Freundlichkeit hatte, mich darauf aufmerksam zu machen, wird die Stücke nach dem Archive bringen lassen.
Vorläufig zeichnete ich ein auf einem Stein befindliches Wappenschild, das eine mir noch nicht bekannte Hausmarke trägt und meiner Meinung nach aus dem fünfzehnten Jahrh. stammt, s. Abb. [R1609] Die Fragmente bestehen aus rothem Sandstein und tragen ziemlich deutliche Buchstaben und Zahlen, einer davon aber ist aus grauem oder vielmehr weißlichem Kalkstein angefertigt und scheint mir dieß der älteste zu seyn.
Siehe auch:
Band 12, Seite E3
Einmauerungen
14. April 1882
Die Sitte, Menschen und Thiere bei Neubauten einzumauern, um den Gebäuden dem alten Glauben nach mehr Festigkeit zu verleihen, hat eine neue Bestätigung gefunden, indem Herr Senator von Oven in der Judengasse bei dem Abbruch eines Hauses ein Abbild eines Thieres vorgefunden hat.
Ein weiterer Beleg dazu findet sich bei dem Abbruch der alten Domdechaneigebäude, woselbst man in einer Nische das Gerippe einer Henne fand. Ebenso unter dem Boden des Gartengebäudes die Reste eines menschlichen Gerippes.
s. meine Notiz, Band III, p. 20.
Wie es sich mit den Gebeinen eines jungen Menschen verhält, welche man im Saalhofe bei einem Abbruch gefunden, weiß ich nicht. Der Fall aber giebt zu denken.
s. Hüsgen, Art. Magazin, Frankf. 1790, Seite 584.
s. Faber, Beschreib. Frankf. 1788, I. Seite 256.

Goethe erwähnt in dem Aufsatz „Serbische Lieder“ dieses Gebrauches in Serbien ebenfalls. s. Goethe vollst. Ausgabe letzter Hand, Stuttgart u. Tübingen, Cotta 1833, Band 46, p. 311, 326.
Ebenso mag es mit dem Steinbild des Mönches beschaffen seyn, der wahrscheinlich zu diesem Zweck als Abbild einer menschlichen Figur eingemauert war.
s. Drei Sauköpfe, Band 5, p. 49 u. ff.
Band 12, Seite E23
Kleine Eschenheimergasse | Kleine Eschenheimergasse 4
D.110
4. April 1884
Ueber dieses Haus ist bereits im Bande 3 S. 119 das Bemerkenswertheste gesagt.
Bei der Umwandlung der Hausthüre und der damit zusammenhängenden Entfernung des Rundbogens wurde die wirklich schöne Steinhauerarbeit entsetzlich verstümmelt. Der übrig gebliebene Tragstein giebt ein Zeugniß für die geschmackvolle und reiche Arbeit der früheren Zeit.
Siehe auch:
Band 12, Seite E29
Kl. Eschenheimergasse | Kl. Eschenheimerg. 5
D.75
September 1882
Ein kleiner Hof, welcher in seinem ganzen Aussehen beinahe total seinen ehemaligen Charakter noch besitzt, er gibt so recht das Bild früherer Zustände und Lebensweise dahier. S. Abb. [R1598]
Nach der hinteren Seite, d.h. im Rücken des Beschauers ist er durch eine niedrige Mauer von dem ziemlich großen Garten des Darmstädter Hofes geschieden, was ihm einen ungemein freundlichen Eindruck verleiht. Vor dieser Mauer haben die Bewohner eine kleine Erhöhung angelegt, um bequem die frische Luft des großen Gartens genießen zu können, diese Erhöhung ist zu einem ganz kleinen Gärtchen benutzt und sind außer einigen Zwetschenbäumen und einer ganz kleinen Grasfläche einige steinerne Bänke vor die Mauer gelegt, diese Bänke sind die Bruchstücke eines Thürgestells, vermutlich eines Spitzbogens, mit Stäben profilirt, welche sich durchschneiden, aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem Ende des 15. oder Anfang des 16. Jahrh., woher sie stammen, vermag ich nicht anzugeben. Sie sind aus rothem Sandstein gehauen und sehr wohl erhalten. Ich habe lange keine Localität gesehen, welche mir einen solchen Eindruck hervorgezaubert hat. Die im Hintergrund sichtbare Hausthüre führt nach der kl. Eschenheimergasse. Die Mauern rechts sind alle sehr alt. Batton sagt darüber gar nichts.
Band 12, Seite [E30]
16. März 1886
Seit einiger Zeit sind die alten zur rechten Hand auf der Abb. gelegenen Häuser abgebrochen und durch hohe steinerne Gebäude ersetzt sowie überhaupt der ganze Charakter des Höfchens verändert und vernichtet.
Band 12, Seite E31
Kl. Eschenheimergasse | Kl. Eschenheimergasse 11
D.72
22. September 1882
Steinernes Erdgeschoß mit rundbogiger Thüre; sonst ist das Haus sehr verändert.
Band 12, Seite E33
Kl. Eschenheimergasse | Kl. Eschenheimergasse 13
D.70 | D.71
22. September 1882
Steinernes Erdgeschoß mit rundbogiger Thüre. Das ganze Haus sonst sehr verändert.
Merkwürdige Hinterbauten im Hofe, namentlich eine nach dem ersten Stock führende Treppe, welche halb frei liegt und überdeckt ist, macht eine äußerst malerische Wirkung. Unsägliches Gewinkel erinnert an die alte Zeit, namentlich der Schiefersteinbeschlag, mit dem ein großer Theil der Bauten versehen ist. Im Hausgang des Vorderhauses liegen als Untersatz unter zwei hölzernen rohen Pfosten, die als Träger dienen, zwei Steine, die wahrscheinlich von einer früheren Thüre herstammen, mit fein beschlagenem Rand, eine in sogenanntem Diamantschnitt ausgeführte Raute auf der Oberfläche tragend, welche allem Anschein nach aus dem 17. Jahrh. stammen.
Band 12, Seite F13
Roseneck
Große Fischergasse | Gr. Fischergasse 14
M.19
[kein Datum]
Im gegenwärtigen Augenblick mußte das Haus durch Balken eiligst abgesprießt werden, weil es höchst verdächtige Sprünge bekam, es hing stets ein wenig nach dem Plätzchen zu über, da man aber in neuerer Zeit den einen der unteren Fensterbogen in einen Erker verwandelte und damit, wie es scheint, nicht mit der nöthigen Vorsicht verfahren ist, so wurde der steinerne Unterbau stark alterirt und theilte die Bewegung dem hölzernen Oberbau mit, welcher sofort darauf antwortete, d.h. mit Einsturz drohte. Ich glaube kaum, daß eine Reparatur möglich seyn wird.
Siehe auch:
Band 12, Seite F15
Kl. Hirschsprung
Fahrgasse | Fahrgasse 34
A.156
26. Februar 1885
Durch die Entfernung des Spritzenhäuschens des 1. Quartiers, welches das somit freigewordene Gäßchen abschloß und theilweise an das Haus angelehnt war, wurde eine bis dahin verdeckte, auf einem zierlich behauenen Stein unter dem Ueberhang des 1ten Stocks angebrachte Hausmarke sichtbar, welche bis jetzt meiner Aufmerksamkeit entgangen war. s. Ab. [R1646] Soweit sich aus den Formen schließen läßt, gehört dieselbe dem Anfang des 17ten Jahrhunderts an.
Siehe auch: