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Inhaltsverzeichnis

Bild von Reiffenstein
Carl Theodor Reiffenstein (1820-1893)
Landschaftsmaler und Frankfurter Bildchronist
Reiffensteins „Sammlung Frankfurter Ansichten“ gehört zum Gründungsbestand des Historischen Museums. Der Künster verkaufte sie 1877 der Stadt. In 2.000 Aquarellen und Zeichnungen sowie auf 2.400 Manuskriptseiten hielt er das alte Frankfurt fest.

Suchergebnis für Stein

Band 11, Seite [198]
Weißer Hirsch | Stadtmauer | Weißfrauenkloster
23. Februar 1877
Bei dem gegenwärtigen Abräumen der Erde vor der noch stehenden alten Stadtmauer findet sich ein großes Stück vor, dessen Steine in ähren-förmiger Verbindung zusammengelegt sind, es ist schon ziemlich tief der Grund weggenommen und noch kein Fundament sichtbar. Mit dem Neubau der Häuser, deren drei davor zu stehen kommen, wird dieselbe wohl bald ganz zugedeckt und nicht mehr sichtbar seyn.
Band 11, Seite 199
Eberbacher Hof
Weißfrauenstraße 5 | Papagaigasse 9
I.249
6. Juni 1858
Dieses Haus ist massiv von Stein aufgeführt mit einem schönen Erker, welcher im ersten Stock anfangend über Eck steht, und in einem Felde unter den Fenstern ein Wappenschild mit einem Bande trägt, auf welchem die Inschrift steht: „Eberbacher Hof“ 1716. Siehe Fig. I. Die wahrscheinliche Erbauungszeit ist also 1716.
Ueber der Hausthüre Fig. 2 auf einem runden Schilde ein Palmzweig, der von einem Pfeil durchkreutzt wird nebst 4 Sternen, oben darüber hängt ein Bischofskreutz, zur Linken ist eine Bischofsmütze in Stein gehauen, zur Rechten ein Krummstab, auf den neben dem Portale stehenden Säulen stehen 2 Vasen, davon die auf der linken Seite ebenfalls eine Bischofsmütze, die auf der rechten einen Krummstab zeigt, unter dem Ganzen ein Band mit der Inschrift: Consiliat amore (Er versöhnt durch Liebe).
Band 11, Seite 215
Rose
Zeil 36 | Hinter der Rose 2
D.5 | D.6
April 1859
An der Brandmauer, welche gegen das D.7 hinter der Rose anstößt, findet sich ein Stein eingemauert mit der Jahreszahl 1793, was die wahrscheinliche Erbauungszeit andeutet.
Band 11, Seite 221
und wenn uns ein Raum einen Begriff von der Zimmereinrichtung des 16ten Jahrhunderts geben kann, so ist es dieser, s. Abb. [R0790] In einer anderen Stube finden wir auf einem Ofenstein die Jahreszahl 1688 eingehauen. Sodann wurden verschiedene alte Steine, wahrscheinlich die Reste eines alten Baus hier und da vermauert, unter anderem ein steinernes Kreutz, welches Herr Verwalter Merk von demselben Bau am hinteren Ende neben einer Thüre einmauern ließ. In diesem Hause nun geht es treppauf treppab durch allerhand alterthümliches Gewinkel in einen anstoßenden niedrigeren Bau, in welchem sich ein Raum befindet, der heutzutage noch die „Dragonerstube“ heißt, weil darin Landgräfl. Landjäger, welche zum Schutze der in dem Hause befindlichen Hessen Darmstädtischen Post sowohl bestimmt waren als auch die Schildwachen vor dem Hause stellten, ihr Quartier und Wachtstube hatten.
Seine Königl. Hoheit der Großherzog von Hessen läßt die alten Gebäude in ordentlichem Zustande erhalten und nur dadurch war es möglich, verbunden mit anderem Material die Abbildung [R0791] der Hauptfronte des Vorderhauses nach der Zeil zu, welche
Band 11
Frescobild
blosgelegt. Dasselbe stellt einen unter einem Baum sitzenden Mann in reichem Tressenkleide dar, welcher in einem Käfig einen kleinen rothen Vogel hält. Hinter ihm an einer Säule die in Stein ausgehauene Figur eines Amors, vor ihm liegt ein Lämmchen und ein schlafender Hund, über ihm hängt ein reich drapirter Vorhang herunter, unter welchem hindurch man in einen im altfranzösischen Geschmack angelegten Garten mit geschnittenen Taxuswänden sieht.
Das Bild mag dem Costüm nach etwa aus der Hälfte des vorigen Jahrh. stammen, hat eine breite angenehme und der Größe angemessene Behandlung und rührt von einer erfahrenen und kunstgeschickten Hand her. Die Figur des Mannes ist lebensgroß. Es war im Laufe der Zeiten mehrfach mit Tapete überklebt worden, welche bei dem Abbruch theilweise weggerissen, das Bild ziemlich wohlerhalten wieder zum Vorschein kommen ließen. Das unter ihm befindliche Bild im Erdgeschoß hat keinen Werth, sondern ist eine gefirnißte moderne Tapete.
Band 11, Seite 239a
das Nähere. Bei der Gelegenheit der Räumung seines Inneren fand man eine der schönen Steinfiguren, die vier Jahreszeiten vorstellend, welche ehedem die Pfeiler des Gitters an dem Garten des v. Reineck‘schen Hauses, s.d. schmückten, wieder. Sie waren vor den preuß. Soldaten in den Jahren 1848-51 bei Gelegenheit der Errichtung eines Transparentes über dem Eingangsthor der Caserne herabgenommen worden und verschwunden. Niemand wußte, wohin sie gekommen, bis ich sie zufällig entdeckte, leider in drei Stücke zerbrochen, was um so mehr zu beklagen ist, da dieselben wirkliche Kunstwerke sind und trotzdem, daß ihre Entstehungszeit (1719-21) die Zeit des Zopfes war, einen edlen und wahrhaft klassischen Styl trugen und von den Künstlern unserer Zeit viel zu wenig erkannt und gewürdigt worden sind. Der einzige Mann, der ihren wahren Werth erkannte und mich schon vor langer Zeit darauf aufmerksam gemacht hat, war der nunmehr verstorbene Herr Schöff Usener. Wo die vierte geblieben ist, weiß ich nicht zu sagen, wahrscheinlich ist sie zerschlagen und zu sonstigen Zwecken verwendet worden. Daß die städtischen Behörden ein solches Verfahren duldeten, beweist die außerordentliche Gleichgültigkeit und Aufsichtslosigkeit gegen die Gebilde der Künste und hat eben diese Theilnamslosigkeit und Unbildung schon manches herrliche Kunstwerk dahier vernichtet.
Band 11, Seite 253
153
und davon eine mit dopp. Lauf und Schloß, die Uebrigen aber
auf verschiedene Arth mit Elffenbein eingelegt und garnirt.
1 Große Pistohl mit einem Anschlag, doppel damascirter Lauf und
dopp. Schloß.
2 Mousquetons von Meßinglauf mit alten französischen Schlössern
mit dem Nassauischen Wappen und Inscription.
2 Armbrüste mit Elffenbein eingelegt, nebst ihrem Spanner
Ist den 25. Märtz richtig da.

13 Pistohlen mit große runde Kolben, schwarzgebeitzte Schäfte und
deutschen Schloß.
1 Flint mit deutsche Schloß und Meßing-Lauf.
1 Altes langes Stück mit schwarz Corduan überzogen, soll eine
Wind-Büchße sein.
1 Windbüchße in Form eines Stocks sambt zugehörig Pompe.
1 Kurtz gezogner Stutzer mit teutschem Schloß.
2 Büchßen mit deutschem Schloß, wovon eine gezogen.
4 Meßinge Windbüchsen, wovon eine brauchbar.
2 Mousqueten mit Luntenschloß, wovon eine mit einem aufge-
schwungenen Bajonet.
2 Mousqueten mit aufgeschwungenen Bajonets, wovon eine nebst
einem altfranzösischen auch ein Luntenschloß hat.
2 Schwere Mousqueten, halb geschäfft mit Lunte Schloß.
2 alte Pallester, so unbrauchbar *).

*) Ballester. Balliste war eine Art von großer Armbrust oder Bogen, der
lange und starke, fast balkenähnliche Pfeile auf sehr beträchtliche Entfernungen schoß.
Es stand bald auf einem Wagen, um dem Heere ins Feld folgen zu können, bald
auf einem festen Gerüst und war in dem einen, wie in dem andern Falle, ver-
mittelst einer Winde aufgezogen, daß die starke Sehne mit der größten Gewalt
losschnellte. Der Onager, oder wie ihn Bischoff Otto von Freisingen in
seinem Leben Kaiser Friedrich des Ersten nennt, die Margar warf Steine
von ungeheurer Größe, denn sie bestand aus einem Löffel oder Kasten mit einem
langen Stiele, der unten in einer Welle befestigt war, und durch Sehnen und ein
Räderwerk vorwärts gedrückt ward, wenn er vermittelst einer Winde rückwärts nie-
dergezogen und mit der gehörigen Ladung versehen worden war. Auch nach der
Erfindung der Feuergeschütze blieben beide letztere Arten Belagerungsmaschinen noch
lange in Gebrauch, sei es nun, daß es bisweilen an einer hinreichenden Menge
[Fortsetzung der Fußnote am Fuß von Seite 254 S. E.]
Band 11, Seite 259
159

Nahmen der Bollwerke /
Eyserne Kanonen
von
10 Pfd. / 6 Pfd. *)

Mühl Schantz **) / 1 / 3
Würtz Wall / 1 / -
Maintzer Wall / 3 / -
Galgen Wall / 4 / 2
Jung Wall / 4 / 1
Lermen Stück / 1 / -
Bockenheimer Bollwerk / 4 / 4
Bauren Bollwerk / 3 / 4
Eschenheimer Bollwerk / 4 / -
Friedburger Bollwerk / 2 / 5
In der Streich / 3 / -
Breite Wall / 4 / 4
Allerheil. Bollwerk / 2 / 5
Fischerfeld / 4 / 4
Schützen Standt / - / 2
Außlaager / - / 2
Unter der Lindt / 2 / -
Hohe Werk fausse bray halb und halb / 6 / -
Affenthor / - / 4
Hornwerk / - / 5
Oppenheimer Bollwerk / 4 / -
Schaumain / 1 / 1
Steinschantz / 2 / 1

Summa 63 49
112 Stück.

[*) Im Original Leerstellen durch Punkte dargestellt. S. E.]
[**) Im Original Pfd. (Pfund) durch Symbol dargestellt. S. E.]

Band 12 - Nachträge

Buchstabe A

Band 12, Seite A1
Am Affenthor | Am Affenthor 3 | Klappergasse 39
N.34 | N.86
12. April 1881
Die Abb. [RS0217] zeigt die Ueberreste des von Batton B. 7. p. 49 beschriebenen Stein, welcher sich ohne Zweifel noch an der alten Stelle befindet, jedoch ist sein Standort sowohl als die auf ihm enthaltene Inschrift höchst unzuverlässig und ungenau beschrieben. Die Jahreszahl fehlt in der Beschreibung gänzlich und ist deßhalb meine Abb. [RS0217], welche an Ort und Stelle gemacht ist, als richtig und genau anzusehen. Was Inschriften und Jahreszahlen anbelangt, muß man überhaupt bei dem sonst so ehrwürdigen und gelehrten Verfasser nicht allzugenau rechnen.
Gegenwärtig ist die Stelle, an welcher der Stein befindlich ist, von Häusern umbaut; er liegt ziemlich versteckt, und ich habe lange vergeblich danach gesucht, bis ich durch meinen Freund und Jugendgenossen, den Stadtrath Beck, an den Ort geführt wurde, an dem er sich heute noch befindet.
Am leichtesten findet man ihn von dem Hause Klapperg. 39. Der Spitzbogen der Thüre, über welcher er sich befindet, ist noch vollkommen erhalten, d.h. der Scheitel und Schlußstein und scheint von je an dieser Stelle gewesen zu seyn. Eine Möglichkeit jedoch, daß er vielleicht einmal versetzt worden ist, kann streng genommen allerdings nicht ausgeschlossen werden, ich glaube es aber nicht. s. die vollständig genaue Abb. [RS0217] mit der Jahreszahl 1861.
Band 12, Seite A19
Schwarzer Hirsch
Allerheiligengasse | Allerheiligengasse 33
B.38
19. Juli 1883
Bei einer nochmaligen Besichtigung des Hauses fand ich an dem Seitenbau des Vorderhauses im Hofe an einem Tragstein unter dem 1ten Stock die Jahreszahl 1704 eingehauen, sie ist von einem der Nußbäume verdeckt. An der Treppe dicht bei dem Baume liegt ein Stück eines Brunnenkranzes aus blauem Bockenheimer Stein von einem alten Ziehbrunnen. Das Vorderhaus ist eines der wenigen Häuser dahier, welche einen steinernen Ueberhang haben.
Der ganze Thorweg mit den schweren hölzernen Trägern macht einen äußerst charakteristischen Eindruck und wüßte ich hier kaum eine ähnliche Lokalität aufzufinden.
Siehe auch: