Inhalt »
«

Inhaltsverzeichnis

Bild von Reiffenstein
Carl Theodor Reiffenstein (1820-1893)
Landschaftsmaler und Frankfurter Bildchronist
Reiffensteins „Sammlung Frankfurter Ansichten“ gehört zum Gründungsbestand des Historischen Museums. Der Künster verkaufte sie 1877 der Stadt. In 2.000 Aquarellen und Zeichnungen sowie auf 2.400 Manuskriptseiten hielt er das alte Frankfurt fest.

Suchergebnis für Stein

Wassertröge (Capitele oder Weihwasserbecken) | Sachsenhausen

Band 11, Seite 157
Wassertröge (Capitele oder Weihwasserbecken) | Sachsenhausen
22. Juli 1877
Heute fand ich an dem Fuße des Hirtenthurms am Frankensteiner Hof den auf der Ab. No. [Leerstelle] genau wiedergegebenen Stein. Er dient gegenwärtig als Wassertrog für die Hühner der Thurmbewohner, hat jedoch offenbar früher eine ganz andere Bestimmung gehabt. Meiner Meinung nach ist es ein altes Säulencapitel oder ein ehemaliges Weihwasserbecken. Sonderbarerweise fand ich am 29. Juli [1877] in einem Gärtchen am Wasserweg einen ganz ähnlichen Stein, nur viel größer und aus blauem Stein hergestellt, er dient gleichfalls gegenwärtig als Wasserbehälter und hat es mit ihm wahrscheinlich die gleiche Bewandtniß wie bei dem obenerwähnten, denn ich kann mir nicht denken, daß man bei der Herstellung eines gewöhnlichen Wasserbeckens derartige Formen und Steinhauerarbeit aufwendet. Leicht wäre es möglich, daß beide Steine entweder aus den älteren Theilen des Deutschherrnhauses stammen, bei deren Abbruch man sie als überflüssig geworden auf die Seite schaffte oder auch können sie aus den eingegangenen Kirchen oder Capellen stammen. Wie gesagt liegt die Vermuthung nahe, daß es alte Säulencapitele sind.
Wie lange sie schon an diesen Orten sich befinden und wo sie herstammen, konnte ich trotz aller Mühe nicht ermitteln, für mich habe ich sie erst an den obengemeldeten Tagen gefunden und wurde
Band 11
Ueberreste der ältesten Bauten in Sachsenhausen
Bei dieser Gelegenheit will ich nicht unterlassen, die spärlichen Reste alter Zeit, welche sich in Sachsenhausen vorfinden, hier der leichteren Uebersicht wegen zusammenzustellen; es gehören dahin das alte Kreuzfragment, welches ehemals auf dem Wendelsweg lag und nunmehr verschwunden ist, s. Ab., sodann der Schlußstein der Catharinencapelle sammt einigen Bogen und Gurtstücken, der Hund mit dem Kind (Wahrzeichen) und die beiden ebengenannten Steine. Weiter ist mir vor der Hand nichts bekannt.

Meine oben ausgesprochenen Vermuthungen über die Steine, welche dermalen als Wasserbehälter dienen, wurde mir von Kundigen vielfach bestritten und behauptet, es seyen von jeher Wasserbehälter und keine Capitele gewesen; es mag seyn, ich will nicht eigensinnig auf meiner Meinung beharren, jedenfalls aber sind sie sehr alt.
Derjenige, welcher mich in meiner Meinung schwankend machte, war der Dombaumeister Denzinger und auf sein Urtheil halte ich große Stücke, denn er ist einer derjenigen, die wirklich etwas verstehen und nicht blos mit Geschwätz um sich werfen.
Band 11
Adler
Umgebung einen höchst harmonischen Eindruck. Drei Adler von Stein sind daran angebracht, wovon zwei auf der Ostseite und einer über dem Portal auf der Nordseite sich befindet, von den zwei Erstgenannten ist einer auf der Ecke nach Süden in einer Höhe von etwa 10 Fuß über dem Boden eingesetzt; er ist der kleinste und befindet sich auf einem Wappenschilde, nur ist er leider auf eine barbarische Weise zerschlagen, indem man, um einem daran vorbeilaufenden Standkändel Raum zu verschaffen, statt mit einem Knie darüber hinwegzugehen, lieber ein Stück von dem Adler abhieb. Es ist und bleibt dieß eine einzige Schande für diejenigen Beamten, welche mit der Leitung und Beaufsichtigung der Reparaturen an den städtischen Bauten betraut sind oder damals waren. Ein vierter Adler ist auf der Südseite des Hauses über dem Thor gemalt, er hat rechts und links oben zwei kleine schräg gegeneinandergestellte Wappenschilder neben sich, deren jedes einen Reichsadler trägt. Im Inneren des Gebäudes fesselt der untere, den ganzen Stock ausfüllende Raum unsere Aufmerksamkeit im höchsten Grade. Keine ähnliche Localität befindet sich hier. Ihre Decke ruht auf Trägern von Eichenholz, die äußerst fein und zierlich profilirt sind und einen vortrefflichen Eindruck machen. s. Ab. [R0371] [R0375] Vor allem ist der eiserne Wagebalkenhalter mit seinen zierlichen Wappenschildern ins Auge zu fassen, sodann finden wir in der Wand ein kleines
Band 11
Kamin
untergebracht. Ein großer Kamin erregt hier unser lebhaftes Intresse, welcher trotz seiner Einfachheit geschmackvoll und vortrefflich in Stein ausgeführt ist und auf seiner Hauptfronte zwei Adler trägt, die aber im Laufe der Zeiten so oft mit Farbe überstrichen sind, daß sie alle Schärfe und Deutlichkeit verloren haben und kaum mehr zu erkennen sind. Hier wird man die Baufälligkeit erst recht gewahr, und man begreift eigentlich nicht, daß bei dieser Verwahrlosung das Gebäude nicht schon längst zusammengebrochen ist. Von der Nothwendigkeit des Abbruchs dieses einfachen und schönen Denkmals einer reichen Vergangenheit überzeugt und erfüllt verlassen wir den Raum, beseelt von dem lebhaften Wunsche, daß es gelingen möge, einen ebenbürtigen Neubau an seine Stelle zu setzen. Jedenfalls wird Frankfurt um ein charakteristisches Denkmal seiner Vorzeit ärmer, was es umso schwerer trifft, als es in dieser Beziehung außerordentlich wenig zu verlieren hat. Ob die im unteren Raum befindlichen Wagenhalter dieselben sind, welche in Venedig verfertigt wurden, konnte ich noch nicht ermitteln. s. Notiz darüber und Abbild. [R0386]
Band 11
Brunnen an der Stadtwage
8. November 1873
Es war früher ein Ziehbrunnen, der auch von dem Hofe der Stadtwage aus gebraucht werden konnte. Die mit einem Halbkreisbogen überdeckte Oeffnung in der Mauer wurde, wie es scheint, im Jahr 1792 vermauert und eine Pumpe nach dem Plätzchen zu hineingestellt. Ueber demselben auf einem mit einem zierlichen Kranze umgebenen vergoldeten ovalen Feld in Stein gehauen die Inschrift:
C. Seyboth . Brunnenschultheis . B. J. Zickwolff . J. F. Busch .
J. P. Lengfelder . J. J. Ohlenschlager . Brunnen Meister . 1792.
Band 11
Stadtwage
20. Januar 1874
Vor ungefähr 8 Tagen wurde der steinerne Adler über dem Thor herausgebrochen.
Band 11, Seite 165
Weinmarkt
18. September 1879
An der Rückseite des Revisionsgebäudes auf dem Weinmarkte befinden sich zwei Steine eingemauert, die offenbar, nur um sie zu erhalten, an diesem ganz neuen Bau ihre Stelle erhielten. Der eine trägt einen Frankfurter Adler, der in seiner Ausführung gar nicht übel ist, der andere unten stehende Inschrift. Sie sind ungefähr 4 Fuß hoch und, wie es scheint, schon mehremale von ihrer Stelle versetzt worden.
Oenopolium . jussu . ampliss . Senatus . moeno .
Francofurtensis . noviter . strui . curarere . aediles .
D. Joh. Carolus a Kaib . S. C. M . cons . scab . et . senator
D. Nic. Conrad Hupka . J. U. D. et . senator .
D. Carolus . Greis . senator .
Anno . salutis . M.D.C.C.X.L.IV .

Als auf Befehl hohen Senates von Frankfurt die Gebäude auf dem Weinmarkt neu errichtet werden sollten, wurden zur Beaufsichtigung dieses Baues bestellt
Dr. Joh. Carl von Kaib Kaiserlicher Rath Schöff und Senator
Dr. Nic. Conrad Hupka J. U. D. und Senator
Dr. Carl Greis, Senator
Im Jahr des Heils 1744.
Band 11, Seite 167
Kreutze am Wendelsweg
4. November 1864
Auf einem Acker am Wendelswege ziemlich weit oben am Wald, liegen mehrere steinerne Kreutze, ob dieselben an dem Kirchhofe, der früher an der Stelle des jetzigen Wendelssteinbruchs gestandenen Kapelle (Wendelskapelle) herrühren, konnte ich bis jetzt noch nicht ermitteln, ebensowenig als den Ursprung der eingemauerten 4 Kreutze an der äußeren Mauer der Sachsenhäuser Warte, s.d.
Band 11
9. April 1867
Die obenerwähnten Kreuze sind mittlerweile verschwunden, dagegen zwei andere gefunden worden, welche hier in Abb. [RS0089] folgen. Das eine von rothem Sandstein lag mit der behauenen Seite auf dem Boden, halb in den Grund versunken und ist erst seit einigen Wochen ausgegraben und an seinen jetzigen Platz gestellt worden, worauf ich sogleich an Ort und Stelle eine genaue Zeichnung gemacht habe. Die Deutung der darauf befindlichen Linienfragmente, die Hausmarke und Kreuze ausgenommen, welche sich von selbst erklären, will ich unterlassen, indem die Anhaltspunkte dafür gar zu gering sind und das Unternehmen als zu gewagt erscheinen lassen.
Das andere dagegen von blauem Bockenheimer Stein ausgeführt, ist bei weitem interessanter und habe ich in hiesiger Gegend diese Form noch niemals gefunden. Ich füge eine Ergänzung
Band 11, Seite [168]
bei, die ich allerdings muthmaßlich nenne, das aber in dem noch vorhandenen Reste des Kreuzes so vollkommen ausgesprochen liegt, daß höchstens über die Endigung der Arme ein Zweifel entstehen könnte. Man muß allerdings viel derartige Dinge gesehen und gezeichnet haben, muß ferner sehen und zeichnen können und nicht in den Tag hineinreden, sondern vorher überlegen, ehe man einen Ausspruch thut.
Leider liegt dieser merkwürdige Rest am Wege, ungesehen und unbemerkt und wird gleich anderen daselbst liegenden großen Steinbrocken bald als werthvolles Material für den Straßenbau seine gänzliche Zerstörung unter den Händen eines Steinklopfers finden.
Siehe Abb. Band [Leerstelle]