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Bild von Reiffenstein
Carl Theodor Reiffenstein (1820-1893)
Landschaftsmaler und Frankfurter Bildchronist
Reiffensteins „Sammlung Frankfurter Ansichten“ gehört zum Gründungsbestand des Historischen Museums. Der Künster verkaufte sie 1877 der Stadt. In 2.000 Aquarellen und Zeichnungen sowie auf 2.400 Manuskriptseiten hielt er das alte Frankfurt fest.

Suchergebnis für Adler

Band 11, Seite [94]
Mauer eingesetzter in Stein gehauener städt. Adler sichtbar, welcher die Jahreszahl 1727 trägt.
Siehe Antoniterkloster.
Band 11
Stadtmauer Pfeiler Zimmergraben
genügende Auskunft zu erhalten; da sie durch die an die Stadtmauer direct angebauten Schoppen gänzlich verdeckt sind, war eine genaue Besichtigung außerordentlich schwierig, schon der herrschenden Dunkelheit wegen, bis mir endlich heute Gelegenheit wurde, dieselben zu zeichnen und zu vermessen.
Sie sind 7 ½ Fuß breit, 8 ½ und 9 ½ Fuß dick, stehen 27 Fuß weit auseinander und ungefähr in der Mitte der Hintergebäude des Hauses Töngesgasse 16, H.167b, was an der Stelle des ehemaligen Antoniterklosters im Jahr 1803 aufgeführt wurde.
Zwischen ihnen in der Mitte befindet sich ein in Stein roh ausgehauener Adler mit dem Buchstaben F und der Jahreszahl 1726, was darauf hinzudeuten scheint, daß bei dem ungeheuren Brand von 1719 die alte Stadtmauer stark angegriffen und bei ihrer nöthig gewordenen Ausbesserung mit einem städt. Adler versehen worden war. Meiner Ansicht nach und soweit es das trübe Dämmerlicht erlaubte, sind die Pfeiler alt und gehören der Mauertechnik nach einer frühen Zeit an, wofür auch schon der Umstand spricht, daß die Abschrägung des einen um einen ganzen
Band 11
21. September 1877
Soeben wird an der Stadtmauer an der Stelle des Hauses Töngesgasse 12, H.166, welches bisher von einem Schoppengebäude überbaut war, ein städt. Adler freigelegt, welcher die Jahreszahl 1727 trägt.
Band 11
25. September 1877
An der Stelle der Stadtmauer hinter dem Hause Töngesgasse 18, H.168, wird eben durch Abbruch der Schoppengebäude ein städt. Adler freigelegt mit der Jahreszahl 1784, s. Töngesgasse 18.
Band 11
1. Oktober 1877
Noch zwei Adler in dr Stadtmauer wurden freigelegt durch den Abbruch der Schoppengebäude, sie befinden sich an den Stellen der alten Stadtmauer hinter den Häusern Töngesgasse [Leerstelle] und tragen die Jahreszahl 1726.
Die beiden in dem vorstehenden Aufsatz vom 12. Juni 1864 erwähnten Pfeiler wurden mittlerweile freigelegt und kann ich das darüber Gesagte hier nur wiederholen.
Band 11
332, 333, 334
und trägt auf dem Brandplan die Nummern 332, 333, 334.
Bei den gegenwärtig im Gang befindlichen baulichen Veränderungen auf dem Graben wurden die an dieser Stelle an das Haus angelehnten Schoppengebäude abgebrochen und in der Mauer (Alte Stadtmauer) ein Adler sichtbar mit der Jahreszahl 1724, nebst einem vermauerten Bogen der Stadtmauer.
Mehrere Häuser hatten Thüren durch die Stadtmauer nach dem Graben und kann dieser, wie es scheint, offen gewesene Bogen eine solche gewesen seyn, vielleicht war er auch nur durchgebrochen um den Brandschutt leichter wegführen zu können, auf dem Brandplan findet sich nur eine Thüre oder Durchbruch bei den Antonitern und bei dem v. Reineck‘schen Haus.
Band 11
Mauer auf dem Graben Adler
Graben ein Adler blosgelegt mit der Jahreszahl 1724; es ist der dritte, der sich vorgefunden hat. Auch ein Bogen in der Stadtmauer wurde sichtbar, welcher vielleicht früher offen gewesen seyn mag um das Abräumen des Schuttes nach dem Brande von 1719 zu erleichtern. Die Mauer erlitt, wie es scheint, damals argen Schaden und wurde vielfach ausgebessert.
Die Adler tragen somit die Jahreszahlen 1724, 1726, 1727, und zwar sind es deren 5 an der Zahl und darunter 3 mit der Bezeichnung 1726, welche nach und nach zum Vorschein gekommen sind.
Band 11, Seite 101
Adler Apotheke
Töngesgasse 26 | Hasengasse 2
H.172 | H.176
14. Februar 1865
Bei dem großen Brande von 1719 wurde das Haus bis auf den Grund zerstört und wahrscheinlich im folgenden Jahre wieder aufgebaut. Es gehörte damals einem Stein- und Diamantschneider Namens Johann Helfrich Riss, Tit.
Weiter wüßte ich nichts zu erinnern als den Umstand, daß ich von einem Fenster der nach dem Trierischen Hof hinsehenden Mansardstube eine Ansicht des Trierischen Hofes kurz vor dem Abbruch desselben, s.d. und Abb. genau nach der Natur in Farben ausführte. Diese Zeichnung ist eine technische Merkwürdigkeit und zwar insofern als sie ausgeführt ist ohne vorher gezeichnet zu seyn, gleich mit dem Pinsel, was in der Aquarellmalerei keine leichte Aufgabe ist. Nun aber kommt das Merkwürdigste: Als ich im Jahr 1851 diese Arbeit unternahm und an einem sonnigen Morgen fröhlich von dem Dachstübchen über den Trierischen Hof wegsah, hatte ich keine Ahnung, daß 60 Jahre vorher jemand aus diesem Fenster geschaut, dieses Haus bewohnt, dessen wenn auch nur kurze Anwesenheit darin, demselben ein wenige Glorie verleiht. Es war Wolfgang Amadeus Mozart, welcher darin wohnte, und somit ist aller Wahrscheinlichkeit nach diese Aussicht dieselbe, die auch er geschaut hat. Diese Nachrichten sind durchaus zu-
Band 11, Seite [146]
Eschenheimerthurm
I.
Der Eschenheimerthurm.
Noch vorhanden. (Abb. 1)
Der im Jahr 1346 bei der damals vorgenommenen Stadterweiterung unter Kaiser Ludwig des Baiern Regierung erbaute Eschenheimerthurm ist unstreitig einer der schönsten Ueberreste mittelalterlicher Befestigungen in Deutschland. Nur durch ein Wunder entging er bei der in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts begonnenen Demolirung der Festungswerke dem Abbruch, um jetzt der Stadt zu einer der grössten architektonischen Zierden zu gereichen. Seine fünf Spitzen, mit denen er über dem Zinnenumgang gekrönt ist, gelten als das Wahrzeichen an ihm und wenn in der Vorzeit die Handwerksburschen gefragt wurden, „was ist das Wahrzeichen am Eschenheimerthurm zu Frankfurt am Main?“ so war die Antwort, „dass er fünf Spitzen hat und doch nicht sticht“.
Es ist auffallend, und kann als ein Hauptbeweis aufgeführt werden, wie lange das Wahrzeichen schon gilt, dass man als besonders kennzeichnende Eigenthümlichkeit die fünf Spitzen wählte, wlche ausser ihm noch von einer Menge anderer Thürme in den verschiedenen Städten Deutschlands getragen wurden, während man e i n Merkmal, das er wahrscheinlich von allen Thürmen in der ganzen Welt nur allein besitzt, überging. Dieses Merkmal ist seine Wetterfahne, welche von neun Schusslöchern durchbohrt ist, die in ihrer Stellung gegeneinander eine Neune bilden, an deren Entstehung sich eine schöne halbverhallte Volkssage knüpft, nach welcher ein Wilddieb Namens Hans Winkelsen sein durch Verwundung oder Tödtung
Band 11, Seite [151b]
bestreichen, und an ihrer westlichen Außenseite finden sich mehrere Kreuze von Sandstein eingemauert.
An der Südwestseite des Thurmes ist ein in rothem Sandstein außerordentlich rein und scharf ausgeführter Reichsadler angebracht, welcher zwei Schilde mit städt. Adlern in seinen Klauen hält. Ueber ihm auf demselben Stein die Jahreszahl 1470.
Trotzdem daß er auf der Wetterseite steht. ist er ganz vortrefflich erhalten. Der Thurm sowie einzelne Theile der Ringmauer, der in derselben gelegene Ziehbrunnen, dem in einer nach außen halbrund vortretenden Nische ein Platz angewiesen ist, sowie das neben ihm befindliche spitzbogige Pförtchen rühren noch aus der ersten Anlage her, das Thürchen dagegen, welches neben dem Wohnhause in der Ringmauer sich befindet, verdankt in seiner jetzigen Gestalt seine Entstehung dem oben erwähnten durchgreifenden Neubau. Der Ziehbrunnen war seit langer Zeit von außen mit einem Schieferdache geschützt und wahrscheinlich auch bei jenem Umbau mit einem steinernen Deckel versehen worden und durch eine hineingestellte Pumpe zugänglich gemacht, daneben hing an einem eiserner Löffel zum Trinken. Er wurde viel von den im Felde beschäftigten Arbeitern sowie von den Vorüberziehenden benutzt. Im Laufe der Zeiten wurden die Gebäude sowohl als die Umgebung vielfachen Veränderungen und Reparaturen unterworfen, wie ich denn mich noch aus dem Jahr 1836 des Bestehens von Mauerresten der äußeren Umfassung sowie der Gräben recht gut erinnere.
Von dem Thurm aus ist die Aussicht überraschend; nach Süden liegt die Bergstraße, Melibocus u.s.w. vor uns, dann folgen in weiter Ferne die Vogesen, die Haardt, der Donnersberg, die Gebirge bei Kreuznach (Goar und Rheingrafenstein), alsdann