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Inhaltsverzeichnis

Bild von Reiffenstein
Carl Theodor Reiffenstein (1820-1893)
Landschaftsmaler und Frankfurter Bildchronist
Reiffensteins „Sammlung Frankfurter Ansichten“ gehört zum Gründungsbestand des Historischen Museums. Der Künster verkaufte sie 1877 der Stadt. In 2.000 Aquarellen und Zeichnungen sowie auf 2.400 Manuskriptseiten hielt er das alte Frankfurt fest.

Suchergebnis für Adler

Band 10, Seite 55
Aren, Adler
Saalgasse 24 | Bendergasse 15
M.132
11. Juni 1867
Ueber der Hausthür H.St. [MZ_10-3]
Tragstein 1. Stock 1710.
Drei Fische.
Band 10, Seite 71
Heiliggeist Kirche | Spitals Kirche
Saalgasse
M.214
26. Mai 1872
Drei Schlußsteine aus den Gewölben der ehemaligen Spitalshalle, der Krankenhalle daselbst. Gegenwärtig sind dieselben in den Sockel einer Terassenmauer des Hauses 29 in der Schifferstraße in Sachsenhausen eingemauert. Es wurden diese Steine von Herrn Brofft an diese Stelle versetzt; er behauptet, sie seien in die alte Festungsmauer, welche hinter seinem Garten herzog, eingemauert gewesen. Dieß ist aber nicht der Fall, denn ich kenne dieselben sehr wohl und habe sie noch an Ort und Stelle gesehen, als die Halle 1840 ganz ohne Noth abgebrochen wurde. Sie lagen im Hofe und kenne ich jedes einzelne Stück derselben. Böhmer, welcher in seinem vortrefflichen Aufsatz „Das Hospiotal zum heiligen Geist in Frankfurt“, Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst, 3. Heft p. 82 dieser Schlußsteine Erwähnung thut und genau die Namen derjenigen Geschlechter nennt, deren Wappen sie tragen, giebt ebenfalls ein untrügliches Zeichen ihrer Herstammung und Aechtheit dadurch. Die Uebrigen sind anderwärts verschleudert.
Jedenfalls steht fest, daß sie bei dem Abbruch auf irgend eine Weise von den dabei beschäftigten Handwerkern auf die Seite geschafft worden sind und von Herrn Brofft, welcher ihren wahren Werth erkannte, an den oben erwähnten Ort gebracht wurden, was ihm zur Ehre gereicht. Auf diese Weise sind sie der Nachwelt wenigstens gerettet. Sie sind bunt bemalt und theilweise auch die Vergoldung daran noch erhalten.
Ein anderer Schlußstein, den städt. Adler darstellend,
Band 10, Seite [72]
wurde von Herrn A. Osterrieth erworben, war alsdann erst eine Zeitlang an einer äußerst ungewählten Stelle, an der inneren Seite der Brustwehr des Thurmes der Ruine Falkenstein im Taunus eingemaueret und befindet sich jetzt über der Thüre der Villa Osterrieth in Cronberg angebracht. In der Sammlung des Alterthum Vereins dahier ist ein zweiter Adler, dem ersten ganz gleich, aufbewahrt. Weiter muß ich noch eines schön und reich mit Laub verzierten Trägers Erwähnung thun, der ebenfalls aus der Kirche oder Halle direct entnommen ist, lange im Besitz des Architekten Klein gewesen, mir von demselben zum Behuf der Abbildung freundlichst ins Haus geschafft wurde, s. Abb. [R0695]
Band 10, Seite 195
Schlachthaus
Am Schlachthaus 1 | Schlachthausgasse 1
M.213
28. Juni 1863
Das Schlachthaus ist unstreitig eines der ältesten Gebäude unserer Stadt und ist in seiner Baugeschichte noch lange nicht mit der Aufmerksamkeit behandelt worden, die es eigentlich verdient, denn es reicht in seiner ersten Anlage aller Wahrscheinlichkeit nach in das 13te Jahrh. hinauf, indem im Jahr 1302 als ein schon bestehendes Gebäude urkundlich erwähnt wird. Ob das jetzt vor uns stehende Gebäude Spuren aus jener Zeit aufzuweisen hat, ist mit Sicherheit nicht nachzuweisen, aus dem 14ten Jahrh. aber ganz gewiß, denn es liegt mit seiner vorderen, nach dem Main gerichteten Seite auf der Stadtmauer, welche in ihren unteren Theilen noch erhalten ist, wie später nachgewiesen werden wird. Seinen Haupttheilen nach verdankt das jetzige Gebäude seine Entstehung einem im Jahre 1530 unternommenen Umbau des alten Hauses. Die ältesten Ueberreste befinden sich an der Vorderseite des Hauses, das wie schon erwähnt wurde, auf die Stadtmauer aufgebaut ist. Dieß kann nun nicht vor der zweiten Hälfte des 14ten Jahrh. geschehen seyn, indem Kaiser Karl IV. unter anderen Vergünstigungen auch den Bürgern erlaubte, ihre Häuser im Zwinger vorzurücken, ja denselben theilweise ganz zu überbauen. Da jener Kaiser nun 1349 zur Regierung gekommen, so kann der Neubau füglich nicht früher unternommen worden seyn. Ich erinnere
Band 10, Seite 203
dieselben eine merkliche Veränderung, wie bereits oben angeführt wurde. Ein alter hausartiger Kachelofen wurde bei dieser Gelegenheit (1819) ebenfalls entfernt, er stand von der Eingangsthüre links, und an seine Stelle ist jetzt ein Schrank angebracht, welcher verschiedene Embleme und Utensilien des Handwerks enthält.
Das alte braune Holzgetäfel, womit Decke und Wände bekleidet waren, mußte zu derselben Zeit ebenfalls theilweise den Platz räumen, sodann wurde das Innere weiß mit Oelfarbe angestrichen und dadurch natürlich dem Ganzen sogleich ein anderer Klang verliehen. Trotzdem ist noch viel Eigenthümliches vorhanden. Die obenerwähnten Reste alter Glasmalerei gehören aller Wahrscheinlichkeit nach dem Ende des 13ten oder höchstens dem Anfang des 14. Jahrhundertes an, nur eine ist neu. Von den älteren stellt die erste einen Hirsch, die zweite einen Ochsen, die dritte einen Frankfurter Adler dar, sämmtlich in roher Arbeit, allein prächtig in den Farben. Die vierte, neuere, stellt eine Scene aus der heil. Schrift dar: Jacob, welcher weiß- und schwarzgefleckte Hämmel erzielt, dadurch, daß er in Ringen geschälte Weidenstäbe in das Wasser legt, aus dem die Schaafmütter trinken.
Das Bild ist gleich den übrigen rund, aber etwas kleiner und trägt die Umschrift „Gott Jacob segnet alle Zeit Verdra ist
Band 10, Seite [204]
Laban: Drumb er in neydt: Genesis XXX 30. 32-42.“
Da wo diese beiden Zeilen unten zusammenstoßen, finden sich auf einem Wappenschilde ein Handbeil und darüber die Buchstaben P. M. Daneben zu beiden Seiten auf einem Band 1579 Philipp Mor. Die drei vorerwähnten Glasbilder sind, wie schon gesagt, sehr alt, allein stellenweise mit neueren Stücken, welche der Renaissance angehören, ergänzt, so daß sie sich dem Bereiche der Beschreibung durch Worte entziehen und ich auf die Abbildungen [R0396] [R0397] verweisen muß. Nur eines sey erwähnt, nämlich, daß bei dem einen, das den Ochsen darstellt, ein Stück eines Wappens, drei silberne Hörner auf rothem Grund, zum Flicken verwendet ist, sowie ein Stück eines Frankfurter Adlers, nämlich eine Klaue mit einigen Federn und ein Stück Glas mit zwei weißen Rosen auf schwarzem Grund, wahrscheinlich das erstere eine Zum Jungen‘schen, das letztere dem v. Holzhausischen Wappen früher angehörig. Nun zur Beschreibung der Wände. Ueber der Thüre befindet sich in Stein gehauen, eine Tafel mit zwei Wappen mit der Schrift
„Wir Beyde sind den 12 October 1731 Auff Ein Tag In Rath erwöhlet worden“
Unter dem Wappen zur Linken, das ein Lamm mit einer Fahne zeigt, „Hr. Philip Heinrich Will“, unter dem anderen, das einen Ochsen zeigt, „Hr. Philip Arnolt“ - Auf derselben Wand zu beiden Seiten der Thüre hat sich noch ein Stück des alten Holzgetäfels erhalten, oben an demselben finden sich folgende Inschriften:
Band 10, Seite 207
Darunter eine Tafel:
„Anno 1742 den 12 Februari
Alß Unser Aller Durchlauchtigster Kaiser
Carl der VII Gegrönet da haben unssere Metz-
ger Söhne und Knechte den gebrathenen
Ochßen Erbeutet. weilen der Adler Erhöb-
lichen Ursachen halber nicht Preiß gegeben
worden, so haben unssere Hlr. Hlr. Deputir-
te und Herrn geschwörenen dieße Taffel
Zu Einem Denkmahle verfertigen lassen.
Herr Phillip Henrich: Herr Johann Phillip
Will des RathsArnolt des Raths
Johann Hartmann Garkoch
älterer Geschworener
Johannes Drach jüngerer Geschworener
Lorentz Schwab älterer Geschw.
Joh. Georg Ochß jüngerer Geschw.

„Gott segne Keysser Carl zusambt dem gantzen Stath
Damit das gantze Reich, den Grünen Früden hat
Gott stürtze seine Feind, so ihn ohn ursach hassen
Und woll das gantze Reich in stetem Frieden lassen
Gott mehre seinen stamm Und Segne Sein Geschlegt
Auff das es Tausend Jahr die Kayser Crone trägt.“

Ferner eine große Tafel:
„Anno 1711 Krönungst. Oct. 12
Ware unser Aller Durchlauchtigster Kayser
Carll der Sechste Gekrönet, da haben unsere
hiesige Metzger Söhne und Knechte die
ßen hie nebenden Adler Erobert und
nun diese Tafel zu Ehren aufgericht durch
Beyde Herrn Debudirte und Geschworene.
Band 10, Seite [208]
Anno 1716 Beyde Raths Herrn
Herr Johann Jacob Hartmann = ältere
Hr. Henrich Ochs = jüngere
Sämptliche geschworne
Johann CasPar Brück, Johann Wörner Dietz = ältere
Johannes Ochs der ältere, Johann Wilhelm Hoffmann = jüngere.
Gott woll Kayßer Carl den Sechsten und seinen
Printzen Leopold ein großes Alter lassen
wachsen Elisabeth Kayserin bleiben holt. Und
laß Sie sehen Kindes Kinder, in stetem Fried
und ruhstand leben, alles unglück von Ihnen
hindern, Jesus bleib stets auf ihn schweben
biß daß sie nach dießer Zeit kommen zu
der Seeligkeit. Amen.“
Daneben den obenerwähnten hölzernen Adler mit Scepter und Reichsapfel und der Jahreszahl 1711.
Ferner ein ziemlich großes Bild, welches eine Ansicht des Römerberges darstellt, allem Anschein nach aus dem Ende des 17. oder Anfang des 18. Jahrhunderts, wahrscheinlich soll es ein geschichtlicher Moment bei irgend einer Krönung sein, denn wir finden darauf die Ochsenküche aufgeschlagen, und den Brunnen mit rothem und weißem Wein, sodann eine Menge Volkes, das die Mitte des Platzes frei läßt, auf diesem freien Raume stehen mehrere Personen mit wie zum Schwur erhobenen Händen vor dem Römer. Den unteren Theil des Bildes nehmen eine Menge Portraits ein, auch befinden sich mehrere Wappen darauf, sowie auch auf seinem geschnitzten Rahmen sich Wappen befinden.
Band 10, Seite 211
aus dem Jahre 1731, die Wappen sind vergoldet, das Laubwerk bunt bemalt. Auf der inneren Seite des Deckelserblickt man den kaiserlichen Adler in Laubwerk und zu beiden Seiten die bekannten Spottbilder, welche sich unter dem Brückenthurm angemalt befanden und sich auf die Verspottung der Juden bezogen. Dieselben sindnebst dem Adler von Laubwerk umgeben, in starkem Eisen ausgeschnitten und gleichfalls bunt bemalt.
Gegenwärtig wird auf der Stube auch noch der Arm aufbewahrt, welcher das Schild der Metzgerzunft an der alten Metzgergesellenherberge, dem Haus zur dunklen Leuchte zu tragen bestimmt war. Durch seine Größe in der Neuzeit mißliebig geworden, fand er hier einen bescheidenen Ruheplatz; er war im Jahre 1745 für das Haus zur dunklen Leuchte gemacht worden, welches von jeher bis zu seinem im Jahr 1851 erfolgten Abbruch dieHerberge der Metzgergesellen war; nur im Anfang der 20ger Jahre dieses Jahrh. wurde sie auf 2-3 Jahre in die Saalgasse M.104 verlegt, sodann aber wieder in der dunklen Leuchte aufgeschlagen. Als im Frühling genannten Jahres diese Herberge des Abbruchs wegen verlegt werden mußte, wurde er entbehrlich. -
Soweit unsere Beschreibung; warum ich dieselbe in diese Ausdehnung gebracht, bedarf hoffentlich keiner Erklärung; einestheils geleitet von dem hist. Interesse, das der Gegenstand selbst bietet, anderntheils von dem
Band 10, Seite 231
Judenschule, alte
An der Schmidtstube
29. August 1870
Das Haus, welches schon 1330 erwähnt wird, Batton IV. 16, Note 12, hat im Laufe der Zeiten mannigfache Veränderungen, Einbauten und Zerstörungen erfahren; im oberen Stockwerk wurde das eine der alten Fenster und ein zum Behufe des Hinaufziehens von Waaren weit größere Oeffnung unbekümmert um sonstige Raumeintheilung hergestellt. Unten im Erdgeschoß, dessen Boden weit höher als die Straße liegt (der öfteren hohen Wasserstände wegen), wurde ebenfalls die neben der Hausthüre befindliche Thür in ein Fenster verwandelt und bei dieser Gelegenheit die einzelnen Stücke der Thürgewänder als Bausteine wieder verwendet, wie von außen noch sehr gut zu sehen ist. Bei allen diesen Vorgängen